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Was heißt nochmal "Kopf" auf Litauisch?

Seit 2008 bietet die europäische digitale Plattform Europeana Zugang zu mehr als 50 Millionen Objekten aus europäischen Archiven, Bibliotheken und Museen. Mehr als 3.000 europäische Institutionen tragen dazu bei, dass diese virtuelle Bibliothek das reiche kulturelle Erbe Europas abbilden kann.

Europeana sammelt Kontextinformationen (Metadaten) sowie eine kleine Abbildung und belässt die eigentlichen Objektdatensätze in den jeweiligen Ursprungsinstitutionen. Die vorhandenen Metadaten können von den Benutzer*innen durchsucht und (kosten-) frei genutzt werden. Über einen Link gelangt man zur Ursprungsinstitution mit dem originären Datensatz und hat so die Möglichkeit, weiterführende Informationen zu erhalten.

Was nach dem digitalen Elysium klingt, birgt jedoch einige Tücken: die in Europeana enthaltenen Objektinformationen entstammen den unterschiedlichsten Kulturinstitutionen – deren Standards werden einerseits von der Einrichtungsart vorgegeben (Bibliothek, Archiv, Museum etc.), andererseits von fachspezifischen Bedürfnissen bestimmt.
Fällt es nun bereits auf nationaler Ebene schwer, Vereinheitlichungen zu schaffen, potenziert sich die Problematik auf internationaler Ebene. Sichtbar wird dies für die Nutzer*innen in der Suche: man muss schon sehr genau wissen, wonach man sucht und in welchem Land sich das Gesuchte befindet, um den Suchbegriff in der entsprechenden Sprache einzugeben, um dann tatsächlich fündig zu werden.

Glücklicherweise ist Europeana kein statisches Konstrukt sondern ein dynamisches, das stets verbessert werden soll. Priorität haben dabei folgende Punkte:
1. "Make it easy and rewarding for Cultural Heritage Institutions to share high-quality content" (es Kulturerbe-Institutionen leicht und lohnend machen, qualitativ hochwertige Inhalte zu teilen)
2. "Scale with partners to reach our target markets and audiences" (mit den Partnern wachsen, um die Zielmärkte und Zielgruppen zu erreichen)
3. "Engage people on our websites and via participatory campaigns" (Einbinden von Menschen auf unseren Websites sowie über partizipative Kampagnen)

Eine Form von Beteiligung ist die Projektarbeit und hier setzt nun auch Europeana Archaeology an. In dem CEF-geförderten EU-Projekt (Connecting Europe Facility of the European Union) haben sich 16 Institutionen aus ganz Europa zusammengetan, um von Februar 2019 bis Juli 2020 die Qualität der bereits bestehenden archäologischen Sammlungen von Objekten zu erhöhen und weitere hinzuzufügen.

Qualitativ verbessern heißt beispielsweise, einen höheren Standard im Europeana Publishing Framework zu erlangen, also z.B. höher aufgelöste Abbildungen bereitzustellen und die Rechte zur Nutzung anzupassen. Auch die Metadaten werden im Rahmen des Projektes verbessert. Alle Objekte werden mit einem bedeutungsvollen Titel und einer Beschreibung versehen und kontextualisiert; von allen Textelementen wird weiterhin die entsprechende Sprache identifiziert.

Ein Hauptbestandteil der qualitativen Verbesserung der Metadaten ist die Verschlagwortung: Es werden Schlagworte für den Gegenstand/ das Thema vergeben, geographische Ortsnamen, für Zeiten/Epochen und Akteure. Dafür werden multilinguale und Linked Data Vokabulare genutzt, vorrangig der Art & Architecture Thesaurus des Getty Research Institutes und GeoNames.
So soll am Ende der/die Nutzer*in bei der Suche nach z.B. „Topf“ nicht mehr ausschließlich Objekte aus deutschen Kultureinrichtungen angezeigt bekommen, sondern durch die Verknüpfung mit Linked Data auch solche aus anderen europäischen Institutionen.

Bis es soweit ist, fließt noch viel Wasser die Spree hinunter und einige technische Hürden sind zu nehmen. Eine große Schwierigkeit ist der Ort dieser Anreicherung der Metadaten. In den meisten hausinternen Datenbanken der Konsortiumspartner ist eine Eingabe von Schlagworten und deren Verknüpfung mit LOD nicht möglich, sodass eine Alternative geschaffen werden muss. Hier setzt ein Tool an, das im Rahmen des Projektes entwickelt wird. Diese Software soll es den Partnern ermöglichen, in den exportierten Datensätzen Schlagworte anzufügen und sie mit Linked Data Vokabularen zu verknüpfen.

Für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz gibt es jedoch eine zweite Variante: museum-digital. Alle Objekte, die bereits auf www.smb-digital.de gezeigt werden, können auch auf www.museum-digital.de eingesehen werden – insofern eine Objektbeschreibung und eine Abbildung verfügbar sind. Im Eingabetool von museum-digital können Schlagworte, Akteure, Ortsnamen etc. erfasst und mit LOD verknüpft werden – die so angereicherten Datensätze werden anschließend an Europeana geliefert.
Das Projekt lohnt sich für uns also gleich doppelt: nicht nur wird die Sichtbarkeit der Museen auf europäischer Ebene erhöht, auch museum-digital wird damit „reicher“ – und alle Nutzer*innen profitieren gleichermaßen.

Eine Einschränkung muss dennoch vorgenommen werden: im Rahmen des Projektes Europeana Archaeology werden von Seiten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz ausschließlich Objekte aus dem Ägyptischen Museum der Staatlichen Museen zu Berlin angereichert, die bereits in Europeana enthalten sind und eine größere Anzahl an Objekten der Papyrussammlung, die noch nicht auf Europeana zu finden sind.

Wie sehen die Verbesserungen denn real aus und wie funktioniert das Tool zur Verschlagwortung? Über die Fortschritte im Projekt wird an dieser Stelle regelmäßig berichtet – stay tuned!

Europeana Archaeology
Koordination: Vilnius University
Weitere Partner:
2Culture Associates Ltd
Alma Mater Studiorum - Università di Bologna
ATHENA R.C. – Athina - Erevnitiko Kentro Kainotomias Stis Technologies Tis Pliroforias Ton Epikoinonion Kai Tis Gnosis
Data Archiving and Networked Services
Georg August Universitaet Göttingen
Institutul Na?ional al Patrimoniului
Istituto Centrale per il Catalogo Unico delle biblioteche italiane e per le informazioni bibliografiche
Koninklijke Musea voor Kunst en Geschiedenis
Lunida Ltd
Musée d'Archéologie nationale Domaine national de Saint-Germain-en-Laye
Muzej za umjetnost i obrt
Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Technologiko Panepistimio Kyprou
The Hunt Museum
Universidad de Jaén

Associates:
CARARE
MUSEU

Projektwebsite: europeanaarchaeology.carare.eu

Finanziell gefördert durch die Fazilität „Connecting Europe” (CEF) 

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